The Town of Light ist ein unabhängiges psychologisches Adventure für den PC, das Spieler in die erste Person einer jungen Frau versetzt, die sich in den 1930er-Jahren in Italien mit den harten Realitäten der Anstaltspsychiatrie auseinandersetzt. Im Mittelpunkt steht Renée, eine 16-Jährige, deren Geschichte sich durch die Erkundung der real nachgebauten Volterra-Psychiatrie entfaltet. Das 2016 erschienene Spiel basiert auf dokumentierten historischen Ereignissen und verzichtet bewusst auf übernatürliche Elemente, um stattdessen die emotionale und psychische Belastung der Erzählung in den Vordergrund zu rücken.
Gameplay
Die Spielmechanik dreht sich um die Erkundung des Anstaltsgeländes und der Gebäude aus der ersten Person. Spieler bewegen sich durch detaillierte Umgebungen, untersuchen Gegenstände und setzen Fragmente von Renées Erinnerungen aus ihrer desorientierten Wahrnehmung zusammen. Die Interaktion beschränkt sich auf ausgewählte Objekte und Umgebungsdetails, die Erinnerungen auslösen oder das Verständnis ihrer Situation vertiefen. Einfache Rätsel bestehen darin, bestimmte Elemente zu finden oder Entscheidungen zu treffen, die die Interpretation der Ereignisse beeinflussen.
Im Vordergrund steht die narrative Immersion, nicht Action oder Kampf. Realistische 3D-Grafik zeigt das verfallene Krankenhaus mit historischer Genauigkeit, während ein eigens komponierter Soundtrack Spannung und Reflexion unterstreicht. Entscheidungen in Schlüsselszenen verändern den Verlauf der Geschichte und führen zu mehreren Enden, die unterschiedliche emotionale Reaktionen oder Abwehrmechanismen Renées widerspiegeln. Statt klassischer Fortschrittssysteme setzt das Spiel auf Umgebungs-Storytelling und spielerische Entdeckung.
Spielmodi
The Town of Light ist ausschließlich als Einzelspieler-Erfahrung konzipiert. Die Struktur basiert auf einer verzweigten Handlung, die durch Spielerentscheidungen bestimmt wird, nicht auf separate Modi oder Wettbewerbselemente. Je nach Entscheidungen ergeben sich zwei Hauptstränge, die in vier unterschiedlichen Ausgängen münden und verschiedene Interpretationen von Renées Erlebnissen und psychischem Zustand beleuchten.
Diese Gestaltung konzentriert sich auf die persönliche Auseinandersetzung mit dem historischen Schauplatz und der Perspektive der Protagonistin. Multiplayer-Elemente oder zusätzliche Modi gibt es nicht - passend zum Fokus auf die einsame Reflexion in einer rekonstruierten realen Location aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Handlung und Setting
Die Geschichte beginnt am 12. März 1938, als Renée aus ihrem bisherigen Leben gerissen und wegen vermeintlicher Selbst- und Fremdgefährdung eingewiesen wird. Das Spiel rekonstruiert die reale Volterra-Anstalt in Italien, sodass Spieler ihre Gänge und Außenanlagen im heutigen Zustand durchqueren und gleichzeitig vergangene Ereignisse durch die Augen der Protagonistin erleben. Die Inhalte behandeln sensible Themen wie psychische Erkrankungen, Anstaltspraktiken und persönliches Trauma, ohne Übertreibung oder Horror-Klischees.
Die Authentizität von Ereignissen und Ort steht im Mittelpunkt. Die Handlung entwickelt sich organisch über Umgebungsdetails und Dialogfragmente und zeichnet ein Bild von Isolation und Verwirrung. Ein originaler Soundtrack verstärkt die Atmosphäre, ohne auf Jump-Scares oder äußere Bedrohungen zu setzen.
Lohnt sich das Spiel?
Die Spielerbewertungen fallen insgesamt „Größtenteils positiv" aus: 72 Prozent von 836 Nutzerbewertungen sind positiv. Aktuellere Rückmeldungen fallen mit 86 Prozent Zustimmung bei den letzten 15 Bewertungen sogar „Sehr positiv" aus. Das Spiel richtet sich an Erwachsene, die narrative Adventures mit schwierigen historischen Themen rund um psychische Gesundheit und Anstaltsfürsorge suchen.
Wer klassische Spielschleifen oder schnelle Mechaniken bevorzugt, könnte die begrenzten Interaktionen und die kurze Spielzeit als weniger ansprechend empfinden. Für Spieler, die auf Erkundung aus der ersten Person, entscheidungsbasierte Erzählung und realistische psychologische Themen Wert legen, bietet das Spiel eine fokussierte und eindrucksvolle Erfahrung, die auf realen Ereignissen basiert. Verfügbar ist es für den PC, mit Unterstützung für ältere VR-Brillen wie das Oculus Dev Kit 2, wobei der Schwerpunkt auf der Desktop-Version liegt.