Total Tank Generals ist ein rundenbasiertes Strategiespiel, in dem Spieler während des Zweiten Weltkriegs Armeen befehligen. Als Indie-Titel mit Simulations-Elementen legt es den Schwerpunkt auf taktische Entscheidungen auf historischen Schlachtfeldern. Im Kern geht es darum, Truppen aufzubauen, Einheiten auf einem Hex-Feld zu positionieren und Ressourcen zu verwalten, um Gegner in Einzelspieler-Szenarien auszumanövrieren.
Gameplay
Die Zusammensetzung der Einheiten bildet die Grundlage jeder Schlacht. Spieler wählen aus Dutzenden Optionen, die auf bestimmte Armeen zugeschnitten sind und Statistiken aufweisen, die sich an realen historischen Leistungen in verschiedenen Kriegsschauplätzen orientieren. Mehrere Einheiten auf einem Hex zu stapeln erzeugt kombinierte Fähigkeiten und Boni - ein Aspekt, der bei der Planung von Angriff und Verteidigung berücksichtigt werden muss.
Das Gelände beeinflusst das Kampfgeschehen direkt. Die Nutzung von Höhen, Deckung oder Engpässen kann den Verlauf einer Schlacht entscheidend verändern, während Manöver wie Einkesselungen darauf abzielen, gegnerische Gruppen zu isolieren und zu schwächen. Das Munitionsmanagement erfordert präzises Timing: Aggressive Angriffe verbrauchen Vorräte schnell, während defensives Verhalten Nachschub ermöglicht und Hinterhalte vorbereitet. Bleibt der direkte Kampf stecken, bietet die Luftunterstützung Möglichkeiten zur Aufklärung, Fallschirmjägereinsätzen oder Bombardements.
Kämpfe werden über prozentuale Trefferchancen entschieden, die von Einheitentyp, Gelände und Stapel-Effekten beeinflusst werden. Das System belohnt durchdachte Aufstellungen mehr als reine Überzahl. Jede Armee verfügt über ein eigenes Einheitenarsenal, das nationale Stärken und Schwächen widerspiegelt und je nach gewählter Seite unterschiedliche Herangehensweisen fördert.
Spielmodi
Im Mittelpunkt steht der Kampagnenmodus, der auf realen historischen Militäroperationen basiert. Spieler folgen den Spuren bekannter Generäle des Zweiten Weltkriegs durch dedizierte Szenarien, die zentrale Schlachten nachstellen. Die Kampagnen orientieren sich an historischen Zielen, wobei Sieg- und Niederlagebedingungen je nach Operation variieren.
Ergänzend dazu gibt es eigenständige Szenarien, die sich auf einzelne Gefechte konzentrieren. Der Karteneditor ermöglicht die Erstellung eigener Missionen, die über integrierte Workshop-Funktionen geteilt werden können. Dadurch erweitert sich das Angebot über die ursprünglichen historischen Karten hinaus.
Historische Kampagnen
Die Kampagnen umfassen Operationen, die mit Generälen wie Patton, Schukow und Rommel verbunden sind. Der Rommel-Inhalt wurde durch eine umfangreiche Erweiterung ergänzt, die ursprüngliche Schlachten überarbeitet und vier neue Szenarien hinzufügt: Operation Crusader 1941, die Schlacht von Mersa Matruh 1942, die Erste Schlacht von El-Alamein 1942 sowie die Schlacht um Caen 1944. Die erweiterte Version bietet überarbeitete Ziele, veränderte Sieg- und Niederlagebedingungen sowie eine verbesserte KI für höhere Herausforderungen.
Jede Kampagne zeigt die Ereignisse aus der Perspektive des jeweiligen Kommandeurs, wobei die Einheitenwerte auf dokumentierten Leistungen an mehreren Fronten beruhen. Die Struktur bietet Einsteigern klare Mechaniken, während erfahrene Spieler in Ressourcenmanagement und Positionierungstaktik zusätzliche Tiefe finden.
Modding und Anpassung
Umfangreiche Modding-Tools ermöglichen Anpassungen an Einheitenwerten, Mechaniken und Grafik. Der Karteneditor bietet eine übersichtliche Oberfläche zur Erstellung neuer Missionen oder ganzer Kampagnen. Die Workshop-Integration erleichtert das Verteilen und Herunterladen von Community-Inhalten - von kleinen Balance-Anpassungen bis hin zu komplett neuen Settings.
Lohnt sich das Spiel?
Auf der Hauptplattform liegt die Bewertung bei „größtenteils positiv" mit 72 Prozent Zustimmung aus mehreren hundert Rezensionen. Das Spiel richtet sich an Spieler, die rundenbasierte Strategie mit historischem Fokus schätzen und Wert auf Mechaniken wie das Einheiten-Stapeln legen, das es von klassischen Hex-Titeln abhebt. Einsteiger profitieren von einer klaren Benutzeroberfläche, während Veteranen Tiefe in Timing und Positionierung finden.
Das Spiel wird weiterhin durch Updates nach dem Release unterstützt, darunter die erweiterte Rommel-Erweiterung nach dem Launch im März 2023. Wer eine in sich geschlossene Einzelspieler-Erfahrung mit Modding-Möglichkeiten sucht, findet hier einen konstanten Mehrwert - besonders bei Interesse an detaillierten Szenarien des Zweiten Weltkriegs statt schnellem Action oder kompetitivem Multiplayer. Das Spiel läuft auf einer breiten Palette an Hardware und präsentiert die Ereignisse in dokumentarischem Stil ohne überflüssige Ausschmückungen.