Wattam ist ein entspanntes Indie-Abenteuer, in dem es um Freundschaft und spielerische Entdeckungen in einer skurrilen Welt geht, in der Alltagsgegenstände zum Leben erwachen. Entwickelt von Keita Takahashi, dem Schöpfer von Katamari Damacy, übernimmt man die Rolle des Bürgermeisters, der durch eine farbenfrohe Landschaft führt. Dort warten über 100 freischaltbare Charaktere, darunter Sushi-Rollen, Muscheln, riesige Bäume und Alltagsgegenstände wie Toiletten.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht das Knüpfen von Freundschaften durch einfache, verspielte Interaktionen. Man tanzt, rennt, klettert, stapelt, schwebt, explodiert oder hält Händchen mit den schrulligen Bewohnern, um Verbindungen aufzubauen und voranzukommen. Die Sandbox-Freiheit lädt dazu ein, mit Physik und Animationen zu experimentieren - oft mit komischen Ergebnissen. Rätsel entstehen aus Umgebungsaufgaben, die kreativen Einsatz der Charaktere und ihrer Fähigkeiten erfordern. Minispiele und versteckte Geheimnisse sorgen für Abwechslung, ohne Zeitdruck oder komplizierte Steuerung. Die Welt durchläuft vier Jahreszeiten, die jeweils neue Aktivitäten und visuelle Veränderungen mitbringen und so auch Solo-Sessions über mehrere Durchgänge hinweg interessant halten.
Die Steuerung bleibt zugänglich und setzt auf direkte Eingaben statt auf präzises Timing. Das Konzept passt zu lockeren Spielrunden, in denen es darum geht, welche skurrilen Kombinationen entstehen, wenn unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen. Der Fortschritt wirkt organisch, da neue Freunde das gemeinsame Spiel erweitern und weitere Möglichkeiten eröffnen.
Spielmodi
Wattam ist vor allem als Solo-Erfahrung konzipiert, in der man die komplette Geschichte und alle Freischaltungen erleben kann. Lokaler Koop erlaubt es einem zweiten Spieler, jederzeit am selben Bildschirm einzusteigen oder auszusteigen, ohne den Spielstand zu stören. Dieses flexible Mehrspieler-Setup eignet sich sowohl für kurze als auch für längere gemeinsame Sessions, besonders in Haushalten mit unterschiedlichen Altersgruppen. Es gibt keine Online-Funktionen oder Wettbewerbselemente - der Fokus liegt ganz auf kooperativem oder individuellem Herumalbern.
Welt und Charaktere
Die Spielwelt zeigt eine traumartige Sammlung anthropomorpher Objekte, die in harmonischen, jahreszeitlich wechselnden Umgebungen leben. Jeder Charakter besitzt eigene Animationen und Verhaltensweisen, die man nach und nach entdeckt. Der Bürgermeister bleibt als verlässliche Figur präsent, gibt sanfte Hinweise und lässt gleichzeitig Raum für freies Spiel. Themen wie Verbundenheit und Vergebung ergeben sich ganz natürlich aus dem Prozess des Freundschaft-Schließens und dem Lösen kleiner Konflikte durch spielerische Mechaniken statt durch Dialoge oder Kämpfe.
Lohnt es sich?
Wattam spricht vor allem Spieler an, die eine ruhige, familienfreundliche Erfahrung mit Fokus auf Kreativität und Humor statt auf Herausforderung suchen. Die charmante Präsentation und die Botschaft der Zusammenarbeit machen das Spiel besonders für jüngere Zielgruppen oder alle geeignet, die eine entspannte Abwechslung suchen. Manche empfinden die Steuerung gelegentlich als unpräzise und bestimmte Aufgaben als repetitiv, was den Reiz für Spieler mit Vorliebe für straffe Mechaniken oder tiefere Systeme einschränken kann. Das Spiel ist weiterhin auf dem PC verfügbar, ohne weitere Updates oder saisonale Inhalte seit der Erstveröffentlichung - es bleibt ein abgeschlossenes, in sich geschlossenes Erlebnis. Wer skurrile Sandbox-Abenteuer und lokale Koop-Sessions mit Freunden oder Familie mag, wird den leichten Ton und die vielen kleinen Entdeckungen schätzen. Andere bevorzugen vielleicht Titel mit strukturierterem Fortschritt oder präziserer Steuerung. Insgesamt bietet Wattam eine eigenständige, herzliche Perspektive auf Freundschaft, die sich im Indie-Bereich deutlich abhebt.