Yellow Taxi Goes Vroom ist ein ungewöhnliches Indie-Action-Adventure-Platformer für den PC, das sich durch seinen eigenwilligen Bewegungsstil und Erkundungsansatz von der Masse abhebt. Statt klassischer Sprünge steuern Spieler ein Taxi, das sich größtenteils in der Luft bewegt und durch eine Kette aufeinander abgestimmter Manöver die bunt gestalteten, retro-inspirierten Welten durchquert.
Gameplay
Im Zentrum steht ein präzises Timing und das kreative Kombinieren von Saltos, Dashs und Anstößen, um höher gelegene oder versteckte Bereiche zu erreichen. Ohne eine eigene Sprungtaste erfordert jede Aktionsfolge sorgfältige Planung, um Schwung zu halten und Abstürze zu vermeiden. Die handgefertigten Level mit ihrem retro-ästhetischen Design laden dazu ein, sie immer wieder zu durchforsten und jedes Detail zu entdecken.
Sammelobjekte sind bewusst an schwer zugänglichen Stellen platziert und belohnen gründliches Suchen sowie Experimente jenseits der vorgesehenen Wege. Das Design fordert die Spieler heraus, die Grenzen jeder Stage auszutesten und aus einfacher Fortbewegung ein befriedigendes Puzzle der Beherrschung zu machen. So entsteht ein engmaschiges Feedback-System, in dem kleine Verbesserungen der Technik neue Wege und Belohnungen eröffnen.
Spielmodi
Im Mittelpunkt steht eine Einzelspieler-Kampagne mit verschiedenen Leveln auf Granny's Island. Jede Zone bildet eine eigenständige Herausforderung rund um Fortbewegung und Sammeln; separate Mehrspieler- oder Wettbewerbsmodi sind nicht vorgesehen. Der Fortschritt ergibt sich direkt aus dem Abschließen der Aufgaben in diesen handgefertigten Umgebungen und dem Kontakt mit den skurrilen Einheimischen.
Erkundung ist die Hauptbeschäftigung und verbindet Platforming-Passagen mit leichten Erzählelementen, die sich durch Begegnungen ergeben. Spieler setzen die Geschichte Stück für Stück zusammen, indem sie neue Orte erreichen und mit Figuren wie Pizza King, Morio und Ultra Chad interagieren. Dadurch bleibt der Fokus auf persönlicher Entdeckung statt auf strukturierten Multiplayer-Sessions oder saisonalen Inhalten.
Visueller Stil und Präsentation
Optisch setzt das Spiel auf einen psychedelischen Low-Poly-Look, der an Konsolentitel der späten Neunziger erinnert - mit kräftigen Farben und überzeichneten Animationen. Bildschirmeffekte wie Wackeln und Schütteln begleiten schnelle Manöver und verstärken das Gefühl chaotischer Bewegung. Das Sounddesign ergänzt das Bild mit mitreißenden Tracks, deren Intensität sich dem Tempo der Erkundung anpasst.
Die Charakterdesigns setzen auf absurden Humor, überdimensionierte Persönlichkeiten und einprägsame Dialoge, die zum Gesamtton passen. Die Art Direction legt Wert auf Charme und Eigenart statt auf Realismus und schafft Umgebungen, die sowohl bewohnt als auch bewusst stilisiert wirken, um auch bei längeren Sessions optisch lebendig zu bleiben.
Lohnt sich das Spiel?
Seit der Veröffentlichung im April 2024 fällt das Echo der Spieler durchweg positiv aus: Auf Steam steht das Spiel mit knapp 1.600 Bewertungen auf „Überwältigend positiv". Besonders angesprochen fühlen sich Fans von Collectathon-Platformern, die Neugier und das Ausprobieren von Mechaniken über lineare Handlung oder Kampf belohnen.
Die kurzen, aber dicht gepackten Level sprechen Spieler an, die mit Trial-and-Error-Fortschritt und der Suche nach versteckten Objekten vertraut sind. Ohne laufende Updates oder zusätzliche Modi bleibt der Fokus auf der ursprünglichen Kampagne - eine klare Empfehlung für alle, die eine in sich geschlossene Erfahrung statt eines Live-Service-Titels suchen. Liebhaber von retro-inspirierten Bewegungsherausforderungen werden das ungewöhnliche Steuerungskonzept als erfrischend und dank Erfolge und Komplettierungszielen auch wiederholt spannend erleben.