Assassin's Creed Chronicles: Russia ist ein 2.5D-Action-Adventure mit Schleichmechanik, das in den Wirren nach der Oktoberrevolution spielt. Man steuert Nikolaï Orelov, der auf der Suche nach Erlösung durch ein stilisiertes Russland des Jahres 1918 zieht - gezeichnet im Look revolutionärer Propagandaplakate.
Gameplay
Im Zentrum steht das Zusammenspiel aus lautlosem Eindringen, gezielten Tötungen und leichten Kletterpassagen. Die Levels sind als Side-Scroller aufgebaut und fordern präzise Bewegungen in der Vertikalen wie Horizontalen. Spieler wechseln zwischen Nikolaï und Anastasia, um unterschiedliche Wege und Fähigkeiten zu nutzen. Nikolaï setzt auf ein Schalldämpfergewehr für entfernte Ziele, fernzündbare Minen, Nahkampfangriffe mit dem Bajonett und einen mechanischen Seilzug, der Gegner oder Objekte elektrisiert. Anastasia bewegt sich enger und schneller mit ihrer Helix-Klinge, die stille Angriffe und unauffälliges Vorankommen ermöglicht.
Als Hilfsmittel dienen zeittypische Elemente wie Aufzüge, Radios und Stolperdrähte. Lastwagen, Züge und Panzer fungieren zugleich als Hindernisse und als Deckung oder Ablenkung. Das Art-Design nutzt kräftige Farben und symbolische Motive aus Revolutionsplakaten, um wichtige Zonen und Ziele hervorzuheben. Die Missionen folgen einer linearen Abfolge: von der Fahrt auf der Transsibirischen Eisenbahn über den Einbruch in den Kreml bis zur Flucht aus dem chaotischen Moskau.
Spielmodi
Es gibt eine reine Einzelspieler-Kampagne, die aus aufeinanderfolgenden Story-Missionen besteht. Jede Mission kombiniert Schleich- und Plattform-Abschnitte an historischen Schauplätzen. Separate Mehrspieler-Modi oder weitere Spielvarianten fehlen; der Schwierigkeitsgrad ergibt sich vor allem aus zeitkritischen Kletterpassagen und der Positionierung von Wachen, die erst beobachtet werden müssen.
Handlung und Setting
Im Mittelpunkt steht Nikolaï Orelovs persönliche Suche nach Vergebung vor dem Hintergrund politischer Umwälzungen. Anastasia als zweite Spielfigur eröffnet mit ihren Fähigkeiten alternative Routen durch abgesperrte Bereiche. Der Propagandastil prägt sowohl die Optik als auch die thematische Atmosphäre und setzt revolutionäre Symbole sowie starke Kontraste zwischen Fraktionen und Umgebungen in Szene.
Lohnt sich das Spiel?
Die Kritik lobt vor allem die eigenständige 2.5D-Darstellung und den Charakterwechsel, bemängelt jedoch die Wiederholung der Levelstrukturen und die anspruchsvollen Plattformpassagen. Das Spiel richtet sich an Spieler, die methodisches Schleichen in einem kompakten, storygetriebenen Rahmen suchen, nicht an Fans offener Welten. Es ist nur in der ursprünglichen PC-Version erhältlich, ohne weitere Updates oder DLCs. Wer historische Schleichmechanik in einem stilisierten Setting mag, kann die kurze Kampagne genießen, muss aber mit gelegentlichen Unterbrechungen durch Plattformherausforderungen rechnen.