Felix The Reaper ist ein eigenwilliges Indie-Puzzle-Adventure, das 2019 für den PC erschien. Spieler schlüpfen in die Rolle von Felix, einem tanzenden Schnitter, der dafür sorgen muss, dass bestimmte Todesfälle eintreten - und das durch gezielte Eingriffe in die Umgebung. Im Mittelpunkt stehen räumliche Herausforderungen für Einzelspieler, bei denen Licht und Schatten jede Bewegung bestimmen. Das Spiel verbindet präzises Knobeln mit einem skurril-makabren Ton, der sich an historischen Kunstmotiven orientiert.
Gameplay
Die Kernmechanik besteht darin, sich auf rasterbasierten Bühnen ausschließlich im Schatten zu bewegen. Felix darf kein Licht betreten, denn das gehört den Lebenden. Jedes Level bietet ein festes Muster aus hellen und dunklen Feldern, und die Aufgabe besteht darin, Wege zu planen, die stets im Dunkeln bleiben.
Die Steuerung des Schattens bildet den zentralen Spielablauf. Spieler drehen die Sonne in 90-Grad-Schritten, um die Lichtverhältnisse auf dem Raster zu verändern. Über die Level verteilte Objekte lassen sich verschieben oder neu positionieren, um neue Schatten zu erzeugen oder Lichtstrahlen abzublocken. Dadurch öffnen sich Wege, die sonst unzugänglich wären. In späteren Abschnitten kommen Perspektivwechsel hinzu, die ein mentales Abbild mehrerer Blickwinkel erfordern, bevor man eine Handlungsfolge startet.
Drei Grundregeln bestimmen den Fortschritt: Felix muss stets im Schatten bleiben. Die Umgebung selbst wird zum Werkzeug, indem man Sonne und Objekte nutzt, um Wege zu schaffen. Jeder erfolgreiche Durchlauf endet damit, dass das Ziel einem vorher festgelegten Schicksal begegnet - meist durch eine Kette von scheinbar zufälligen Unfällen, die Felix durch seine Positionierung auslöst.
Diese Systeme ergeben Rätsel, die zunächst zugänglich wirken, sich aber zu komplexen räumlichen Aufgaben entwickeln. Bewegungen wirken bewusst und methodisch und belohnen Beobachtung statt Schnelligkeit. Das ruhige Tempo lässt Raum, sich sowohl auf die Logik der Rätsel als auch auf die künstlerischen Details zu konzentrieren.
Game Modes
Das Hauptspiel erstreckt sich über eine Einzelspieler-Kampagne in fünf Kapiteln. Jedes Kapitel enthält mehrere Level, die nach und nach neue Mechaniken einführen und gleichzeitig die Schattenregeln festigen. Nach dem Abschluss werden zusätzliche Herausforderungen freigeschaltet, die für Wiederholbarkeit sorgen.
Zeitrennen-Levels erscheinen, sobald die Kampagne voranschreitet. Diese Varianten setzen enge Zeitlimits auf dieselben Rätselstrukturen und prüfen, wie effizient Schatten und Wege optimiert werden. Hardcore-Levels erhöhen den Schwierigkeitsgrad weiter, indem sie bestimmte Hilfen entfernen oder die Regeln für Bewegung und Objektinteraktion verschärfen.
Beide Zusatzmodi nutzen die vorhandenen Level-Designs, statt neue Inhalte zu schaffen. Spieler kehren zu bekannten Bühnen zurück, diesmal mit höheren Anforderungen, und vertiefen so ihre Beherrschung der Dreh- und Verschiebesysteme. Multiplayer-Elemente gibt es nicht - der Fokus liegt ganz auf dem alleinigen Verfeinern der Rätsel.
Narrative and Artistic Elements
Eine Rahmenhandlung zieht sich durch die Level und dreht sich um Felix' gefährliche Zuneigung zum Leben während seiner Arbeit im Ministerium des Todes. Eigenwillige Figuren bevölkern die Welt und sorgen zwischen den Rätseln für Momente von Komik und Zärtlichkeit.
Tanz ist ein wiederkehrendes Motiv. Felix führt zwischen den Abschnitten eigene Bewegungen auf, begleitet von einem Soundtrack mit Beiträgen von über zehn unabhängigen Musikern. Die Stücke variieren stark im Stil und passen zum vielseitigen Ton des Spiels, sodass Spieler während des langsamen Rätselns Zeit haben, die Musik aufzunehmen.
Kunsthistorische Bezüge prägen die visuelle und thematische Ebene. Motive der Totentänze und des „Todes und das Mädchen" stehen neben Einflüssen mittelalterlicher Maler, klassischer Anthologie-Serien und animierter Werke. Fünf freischaltbare Artikel des Historikers Søren Hein Rasmussen erweitern das Wissen über Todesbilder durch die Jahrhunderte und werden nach und nach in der Kampagne entdeckt.
Is It Worth Playing?
Die Bewertungen auf den großen Plattformen fallen sehr positiv aus - 80 Prozent Zustimmung bei über zweihundert Rezensionen. Kritiker heben vor allem den Charme der Präsentation, die Tiefe der schattenbasierten Rätsel sowie die Verbindung von Tanz und Musik als besondere Stärken hervor.
Das Spiel richtet sich an alle, die methodische Einzelspieler-Puzzles schätzen, die sorgfältige Planung und mehrere Versuche belohnen. Die strengen Regeln sorgen für befriedigende Momente der Erkenntnis, sobald eine Lösung aufgeht, während die künstlerische Gestaltung dem Ganzen Persönlichkeit verleiht, ohne die eigentliche Herausforderung zu überlagern.
Zeitrennen und Hardcore-Varianten verlängern die Spielzeit für Sammler, die nach zusätzlicher Schwierigkeit suchen. Das komplette Paket von 2019 bleibt unverändert und bietet ein in sich geschlossenes Abenteuer, das auf räumlichem Denken und thematischer Konsistenz basiert, statt auf laufenden Inhaltsaktualisierungen.
Wer rasterbasierte Manipulationsrätsel mit einer unverwechselbaren visuellen und akustischen Identität sucht, findet hier ein fokussiertes, einprägsames Spiel. Der Grundgedanke, im Schatten zu bleiben und gleichzeitig ausgeklügelte Abläufe in Gang zu setzen, sorgt über alle Kapitel und optionalen Modi hinweg für durchgängige Beschäftigung.