„Stranger of Sword City" ist ein Rollenspiel von Experience Inc., das von NIS America veröffentlicht wurde. Nach einem Flugzeugabsturz durch einen Riss gelangt die Spielfigur - der Stranger - in die düstere Fantasy-Welt Escario, in der Magie und Technik nebeneinander existieren. Im Mittelpunkt stehen klassische First-Person-Dungeon-Crawler-Elemente: Erkundung, Gruppenmanagement und taktisches Kampfgeschehen.
Gameplay
Das Spiel setzt auf präzise Navigation durch labyrinthische Dungeons voller Fallen, Geheimwege und feindlicher Kreaturen. Die Bewegung erfolgt rasterbasiert aus der Egoperspektive, sodass Spieler Karten zeichnen oder sich die Wege merken müssen, während sie gleichzeitig Vorräte und Lebensenergie im Blick behalten. Kämpfe laufen rundenbasiert ab und hängen von Positionierung, Klassenfähigkeiten und der Zusammensetzung der Gruppe ab.
Bei der Charaktererstellung lassen sich Rasse, Alter und Talentpunkte frei wählen, um Grundwerte und passive Boni wie Fallen-Erkennung oder Krit-Widerstand zu beeinflussen. Zur Auswahl stehen Klassen wie Fighter, Cleric, Wizard, Ninja und Knight, jede mit eigenen Zaubern und Fertigkeiten. Erfahrung sammelt man durch wiederholte Dungeon-Läufe; Blood Crystals von besiegten Lineage-Type-Bossen sorgen für dauerhafte Stärkung der gesamten Gruppe.
Beim Aufbau der Truppe gilt es, Offensiv-, Heil- und Support-Rollen auszubalancieren. Rekrutierte Charaktere können jederzeit ausgetauscht werden. Die Entscheidung für eine der drei Fraktionen - Kingdom, Medell Co. oder Strangers Guild - beeinflusst verfügbare Quests, Handlungsverläufe und langfristige Belohnungen und sorgt so für hohen Wiederspielwert.
Spielmodi
Hauptaktivität ist das Erkunden und Bezwingen der über Escario verteilten Labyrinthe. Jedes Dungeon bietet eigene Layouts, Gegnertypen und Lineage-Type-Bosse, deren Blood Crystals als wichtigste Aufwertungswährung dienen. Zwischen den Expeditionen kehrt man in die Stadt zurück, um sich auszuruhen, Ausrüstung zu verbessern und Fraktionsgeschichten voranzutreiben.
Im Erkundungsmodus liegt der Fokus auf Kartografie und Ressourcenbeschaffung, während Kämpfe taktisches Geschick beim Einsatz von Fähigkeiten oder beim Rückzug verlangen. Es gibt keine Multiplayer- oder Wettbewerbsmodi; das Spiel bleibt rein Einzelspieler-orientiert und belohnt wiederholte Dungeon-Durchläufe zur Stärkung der Gruppe und zur Enthüllung weiterer Weltinhalte.
Die Fraktionsaktivitäten laufen parallel zur Hauptprogression. Die Bindung an eine Gruppe schaltet spezifische Unterstützung und Story-Events frei, während die anderen Fraktionen in späteren Durchgängen noch verfügbar bleiben. Dadurch entstehen unterschiedliche Allianz-Ausgänge und zusätzliche Blood-Crystal-Sammlungen.
Handlung und Setting
Escario ist eine abgeschlossene Welt, in der der Stranger zwischen etablierten Mächten und anderen Außenseitern navigiert. Die Geschichte entwickelt sich über Dialoge mit Fraktionsvertretern und Entdeckungen in den Dungeons. Magie und Technologie prägen sowohl die Gegnergestaltung als auch die verfügbaren Gegenstände.
Entscheidungen über Vertrauen und Loyalität bestimmen den Weg zurück in die eigene Welt. Lange Zwischensequenzen gibt es nicht; die Handlung ist eng mit Erkundung und Kampf verknüpft und dient vor allem als Motivation für weitere Dungeon-Läufe.
Lohnt sich das Spiel?
„Stranger of Sword City" richtet sich an Fans klassischer Dungeon Crawler, die hohe Schwierigkeit, detaillierte Charaktersysteme und bewusstes Tempo schätzen. Die gemischte Steam-Bewertung (66 % positiv bei 553 Rezensionen) spiegelt sowohl die Wertschätzung für taktische Tiefe und Anpassungsmöglichkeiten als auch Kritik an der steilen Lernkurve und gelegentlichem Grinding wider.
Spieler, die rasterbasierte Egoperspektive und Gruppenoptimierung mögen, finden in den Labyrinthen und Fraktionsentscheidungen reichlich Inhalt. Genre-Neulinge könnten das Fehlen moderner Komfortfunktionen als Hürde empfinden, doch der Kernloop aus Kartografieren, Kämpfen und Aufwerten bleibt durchgehend konstant.
Das Spiel läuft auf aktuellen PCs in seiner ursprünglichen Fassung und erfährt weiterhin gelegentliche Aufmerksamkeit durch seine charakteristische Grafik und den Soundtrack. Wer eine fokussierte Einzelspieler-Erfahrung ohne Online-Elemente oder regelmäßige Updates sucht, findet hier eine solide Option für ausgedehnte Sessions.