The Age of Decadence ist ein Indie-Rollenspiel für den PC, das Spieler in eine zerfallende Gesellschaft versetzt, in der drei Adelsfamilien und vier Berufsgilden um Einfluss ringen. Im Mittelpunkt steht das Überleben durch Worte, Bündnisse und kalkulierte Risiken - nicht durch heldenhafte Kämpfe oder magische Aufträge. Es gibt keine Elfen, Zwerge oder Zauberer; stattdessen dreht sich alles um menschliche Gier, Verrat und die Folgen jeder Entscheidung in einer Welt ohne klare Helden oder Schurken.
Gameplay
Das Spiel dreht sich um Dialogentscheidungen, Fraktionsbeziehungen und ein kompromissloses Kampfsystem, das die Härte der Umgebung widerspiegelt. Über 600.000 Wörter Dialogtext verteilen sich auf mehr als 100 namentlich genannte und 750 generische Charaktere, deren individuelle Profile laufende Ereignisse wie Attentate oder Machtverschiebungen beeinflussen. Kämpfe erfordern sorgfältige Planung, denn der Spieler ist keine unbesiegbare Figur, die jeden Gegner besiegen kann. Der Tod kommt schnell und macht deutlich, wie wichtig es ist, Worte und Taten abzuwägen, bevor man sich auf einen Kampf einlässt.
Sieben Fraktionen bestimmen die möglichen Wege: die drei Adelsfamilien sowie die Gilden der Händler, Assassinen, Diebe und die Armee. Wer als Söldner beginnt und in die kaiserliche Garde eintritt, erlebt andere Quests und Perspektiven als jemand, der sich der Händlergilde anschließt oder als Prätor für eine Adelsfamilie dient. Diese Entscheidungen verändern Handlung, verfügbare Inhalte und langfristige Optionen, ohne auf klassisches Leveln oder Machtfantasien zu setzen.
Spielmodi
Es handelt sich um ein reines Einzelspieler-Erlebnis ohne Multiplayer-Elemente. Die hohe Wiederspielbarkeit ergibt sich aus den verzahnten Questlinien und sich gegenseitig ausschließenden Entscheidungen, die je nach gewählter Fraktion und Hintergrund völlig unterschiedliche Geschichten erzeugen. Eine einzige Durchspielung zeigt nur eine begrenzte Perspektive; erst weitere Runden offenbaren, wie sich Entscheidungen auf den größeren Konflikt zwischen Häusern und Gilden auswirken.
Verzweigte Pfade ermöglichen es, Intrigen in der Händlergilde zu erleben, als Assassine verdeckt zu operieren oder in der Armee zu dienen - jede Variante bietet eigene Questlösungen und Sichtweisen. Das System lädt dazu ein, das Spiel mehrmals zu beenden, um das zentrale Geheimnis der untergegangenen Welt zusammenzusetzen und alle möglichen Ausgänge zu sehen.
Setting und Erzählstruktur
Die Welt orientiert sich an klassischen Pen-&-Paper-Rollenspielen und legt Wert auf realistische Motive und glaubwürdige Charaktere statt auf fantastische Elemente. Spieler agieren als Ermittler, die Berichte über den Untergang der Gesellschaft zusammenfügen und dabei oft selbst in die Ereignisse verstrickt werden. Über 750 Charaktere sind an gewaltsamen Machtübernahmen und Intrigen beteiligt und bilden ein dichtes Netz aus Allianzen und Verrat, das auf Spielerhandlungen reagiert.
Gut und Böse sind relative Begriffe. Jede Entscheidung kann Partnerschaften schaffen oder Feinde erzeugen, und die Geschichte verzichtet auf Wunschträume zugunsten moralischer Grauzonen und persönlichem Überleben.
Lohnt sich das Spiel?
Der Entwickler empfiehlt, vor dem Kauf die verfügbare Demo auszuprobieren. Sie umfasst das erste Kapitel mit drei Schauplätzen und etwa 30 Quests, die auf sich gegenseitig ausschließende Wege verteilt sind. So können Interessierte die Entscheidungssysteme und Fraktionsdynamiken direkt kennenlernen.
Das Spiel richtet sich an Spieler, die tief verzweigte Erzählungen schätzen und eine steile Lernkurve akzeptieren, bei der Fehlentscheidungen schnell zum Scheitern führen. Es bietet ein fokussiertes Einzelspieler-Erlebnis, das auf Dialog und Konsequenzen setzt statt auf Kampfspektakel oder offene Erkundung. Wer klassische Helden-Rollenspiele bevorzugt, könnte die Abweichungen von Genre-Konventionen als störend empfinden, während Fans komplexer Fraktionspolitik und wiederholbarer Handlungsstränge in den sieben verfügbaren Ausrichtungen und ihren verknüpften Questlinien viel Tiefe finden.