THOTH ist ein Twin-Stick-Shooter für den PC, der schnelles Schießen mit gezielten Rätselmechaniken verbindet. Entwickelt von Jeppe Carlsen, dem ehemaligen Lead Gameplay Designer von Playdead, reduziert das Spiel das Genre auf das Wesentliche und ergänzt es um handgefertigte Arenen, in denen Präzision und strategisches Denken gleichermaßen gefragt sind. Spieler steuern einen schlichten Avatar durch abstrakte Felder voller geometrischer Formen, wo Erfolg davon abhängt, Gegner zu eliminieren, ohne sich von deren Überresten einschließen zu lassen.
Gameplay
Das Kernprinzip besteht darin, jede Arena vollständig von Feinden zu befreien. Wird ein Gegner getroffen, löst er sich in ein geisterhaftes Void auf, das den Spieler sofort verfolgt. Jeder Treffer erzeugt also eine neue Bedrohung, die ständige Bewegung und sorgfältige Positionierung erfordert, um Kollisionen zu vermeiden und gleichzeitig weiter feuern zu können. Das Schießen verlangsamt die Bewegung, was zusätzliche Spannung erzeugt und dazu anregt, Schusswinkel bewusst zu planen.
Die Level führen neue Gegnertypen und Mechaniken in Gruppen von vier ein und steigern die Komplexität schrittweise. Frühe Arenen konzentrieren sich auf einfaches Ausweichen und Zielen, während spätere Abschnitte Hindernisse und Muster hinzufügen, die ein präzises Timing zwischen Schüssen und Void-Pfaden verlangen. Das minimalistische Design verzichtet auf Bildschirmtexte oder Tutorials, sodass Spieler die Regeln durch eigenes Ausprobieren in jeder Arena erlernen. Beobachtungsgabe und Anpassungsfähigkeit werden dadurch wichtiger als reine Reflexe.
Positionierung ist entscheidend, weil Voids ihre Bewegungsenergie behalten und unerbittlich verfolgen. Spieler müssen enge Räume nutzen, die Arenenränder strategisch einsetzen und Feuerstöße so timen, dass keine unentrinnbare Verfolgung entsteht. Das Gameplay wechselt daher häufig zwischen aggressivem Räumen und defensivem Manövrieren - oft innerhalb derselben Arena.
Spielmodi
THOTH bietet einen Einzelspielermodus, in dem eine Person alle Bedrohungen und Voids allein bewältigt. Der Fokus liegt auf der individuellen Beherrschung der jeweiligen Arena-Layouts und Gegnerverhalten.
Im Koop-Modus können zwei Spieler Arenen gemeinsam auf demselben Bildschirm angehen. Wird ein Spieler eliminiert, verwandelt sich seine Figur in ein weiteres Void, das den verbliebenen Partner jagt. Diese Mechanik macht das Koop-Erlebnis zu einer hochspannenden Partnerschaft, in der Kommunikation und abgestimmte Positionierung entscheidend sind, um die wachsende Zahl an Verfolgern zu kontrollieren. Nur lokaler Koop wird unterstützt, wodurch der Fokus auf gemeinsamer Bildschirmkoordination liegt.
Leveldesign und Fortschritt
Die Arenen sind in Sets unterteilt, die neue Mechaniken einführen, aber auf den gleichen Grundprinzipien aufbauen. Jedes Set baut auf zuvor erlerntem Wissen auf und präsentiert Variationen, die testen, wie gut Spieler frühere Muster verinnerlicht haben. Die gesamte Kampagne umfasst Dutzende handgefertigter Arenen und führt zu immer komplexeren Kombinationen aus Schießen, Ausweichen und Void-Management.
Der Fortschritt wirkt bewusst gestaltet statt linear. Nach Abschluss eines Sets wird das nächste freigeschaltet, doch viele Spieler kehren zu früheren Arenen zurück, um Routen zu optimieren oder sauberere Durchläufe zu erreichen. Da keine prozedurale Generierung zum Einsatz kommt, sind alle Layouts gezielt auf bestimmte Herausforderungen abgestimmt und bieten konsistente, aber stetig steigende Anforderungen an räumliches Bewusstsein und Reaktionsvermögen.
Ästhetik und Atmosphäre
Die Optik setzt auf kräftige Farben, wiederkehrende Formen und sich wandelnde Muster vor minimalistischen Hintergründen. Häufig dominiert eine große Zahl das Bild und unterstreicht den abstrakten, fast mathematischen Charakter jeder Arena. Der Soundtrack kombiniert elektronische Kompositionen mit dem Spielgeschehen und erzeugt eine intensive Klangschicht, die das Tempo unterstützt, ohne die Konzentration auf visuelle Hinweise zu stören.
Diese reduzierte Präsentation lenkt die Aufmerksamkeit vollständig auf Gegnerbewegungen und Void-Trajektorien. Das Ergebnis ist eine Umgebung, die bei längeren Sessions einen fokussierten, fast meditativen Zustand fördern kann, sobald Muster vertraut werden, ohne ihre Anforderungen zu verlieren.
Lohnt sich das Spiel?
THOTH bietet ein in sich geschlossenes Erlebnis für Spieler, die Twin-Stick-Shooter schätzen, die Präzision und rätselartige Problemlösung über Power-ups oder Erzählung stellen. Die handgefertigten Arenen und die Koop-Variante sorgen für echten Wiederspielwert, besonders für diejenigen, die es genießen, enge Mechaniken in kurzen, intensiven Sessions zu meistern.
Das Spiel richtet sich an Fans abstrakter Action-Titel, die Experimentierfreude und räumliches Denken belohnen. Wer kontinuierliche Updates oder umfangreichen Content sucht, findet im feststehenden Release von 2016 eine fokussierte Erfahrung. Einsteiger können die bewusste Schwierigkeitskurve nutzen, um ihre Fähigkeiten zu schärfen. Insgesamt machen die Kombination aus anspruchsvollen Einzelspieler-Durchläufen und kooperativer Spannung THOTH zu einer starken Wahl für alle, die intensives, minimalistisches Twin-Stick-Gameplay auf dem PC suchen.