Through the Darkest of Times ist ein strategisches Simulations-Adventure für Einzelspieler, das im nationalsozialistischen Deutschland spielt. Die Spieler führen eine kleine Widerstandsgruppe aus ganz normalen Berliner Bürgern, die ab 1933 verdeckte Aktionen gegen das Regime plant - stets unter dem Risiko, entdeckt und verhaftet zu werden.
Gameplay
Das Spiel läuft in wöchentlichen Runden über vier historische Abschnitte. Jede Woche beginnt mit einem Zeitungsbericht, der den historischen Hintergrund liefert. Anschließend weist der Spieler drei bis fünf Gruppenmitglieder Aufgaben zu: Flugblätter verteilen, Parolen sprühen, Informationen sammeln, neue Unterstützer anwerben oder Sabotageakte durchführen. Vorräte und Moral müssen dabei stets im Blick bleiben, denn riskante oder missglückte Aktionen können zu Verhaftungen führen.
Jede Entscheidung hat langfristige Folgen. Spieler müssen abwägen, ob der mögliche Nutzen einer Operation das Risiko einer Entdeckung rechtfertigt. Zwischendurch sorgen Dialoge mit Mitbürgern und Gruppenmitgliedern für persönliche Dramatik und zeigen, wie Menschen unter dem Regime mit Angst und moralischen Konflikten umgehen.
Expressionistische Illustrationen vermitteln die zentralen Szenen und Ergebnisse und unterstreichen die düstere Stimmung, ohne auf actionlastige Sequenzen zu setzen. Im Mittelpunkt stehen Planung und Verwaltung, nicht direkte Konfrontation. Die historische Genauigkeit sorgt dafür, dass einzelne Aktionen den großen Verlauf der Ereignisse nicht verändern können.
Spielmodi
Das Spiel bietet eine durchgehende Kampagne mit vier Kapiteln. Jedes Kapitel umfasst etwa zwanzig Wochen und setzt bestimmte Ressourcen wie die Anzahl der Unterstützer zurück, während die Zeitlinie durch wichtige historische Ereignisse voranschreitet. In jedem Kapitel gibt es optionale Nebenziele, etwa das Sammeln bestimmter Ressourcen oder gezielte Aktionen, ohne den Hauptverlauf zu beeinflussen.
Der Fortschritt hängt davon ab, genügend Unterstützer zu halten, um in das nächste Kapitel zu gelangen. Es gibt keine separaten Schwierigkeitsgrade, keinen Mehrspielermodus und keine alternativen Spielweisen - die Erfahrung konzentriert sich auf eine einzige, narrative Widerstandsgeschichte, die sich von den frühen 1930er-Jahren bis zum Kriegsende erstreckt.
Historischer Kontext und Mechaniken
Die Mechaniken legen den Schwerpunkt auf Risikomanagement und langfristige Planung statt auf Kampf. Jedes Gruppenmitglied besitzt individuelle Eigenschaften, die den Erfolg bei bestimmten Aufgaben beeinflussen. Spieler müssen die Einsätze regelmäßig wechseln, um Überlastung oder wiederkehrende Muster zu vermeiden, die Verdacht erregen könnten. Neue Rekruten vergrößern das Team schrittweise, während gesammelte Informationen später im Kapitel sicherere oder wirksamere Optionen freischalten.
Das System verfolgt die Konsequenzen über mehrere Runden hinweg. Verhaftungen entfernen Mitglieder dauerhaft und senken die Moral. So wird deutlich, wie prekär Widerstandsarbeit ist: Kleine Erfolge bauen sich langsam auf, während Rückschläge sich schnell auswirken können.
Lohnt sich das Spiel?
Spieler, die ein durchdachtes Strategiespiel mit historischem Hintergrund suchen, finden hier eine fokussierte Kampagne, die narrative Wirkung und Entscheidungsfindung über lange Spielzeiten stellt. Kritiken loben vor allem die Stärke der Geschichte und die Art, wie die Mechaniken das Thema des begrenzten, aber bedeutsamen Widerstands unterstützen.
Das Spiel richtet sich an Fans von Simulations- und Management-Genres, die kürzere, abgeschlossene Geschichten bevorzugen statt offener oder kompetitiver Spielweisen. Die Einzelspieler-Struktur und die atmosphärische Dichte machen es zu einer guten Wahl für alle, die sich für Indie-Titel mit historischem Fokus interessieren und schwierige Zeiten aus einer persönlichen Perspektive erleben möchten.