Am 23. Juli fiel die Sperrfrist für die Tests zu Halo: Campaign Evolved, und das Urteil liegt irgendwo zwischen "sie haben es tatsächlich hinbekommen" und "darunter steckt eben immer noch ein Shooter von 2001". Rund 60 Wertungen sind da, der Schnitt der wichtigsten Kritiker auf OpenCritic liegt bei 83 Punkten bei 88 Prozent Empfehlungen, und trotzdem ist das gerade der schwächste Metacritic-Wert, den je ein Halo hatte. Beides stimmt gleichzeitig.
Am selben Tag startete der Vorabzugang für alle mit der Premium Edition (bei uns rund 70 Euro) oder der teureren Sammlerausgabe, die inzwischen ausverkauft ist. Alle anderen, Abonnenten des Game Pass eingeschlossen, warten bis zum 28. Juli.
GameSpot gab 8/10. Eurogamer und TheGamer landeten je bei 4/5, VGC verteilte die Höchstnote, IGN bremste mit 7/10 und PC Gamer blieb bei 70 Punkten stehen. Fällt das Muster auf? Niemand nennt das hier ein schlechtes Spiel. Gestritten wird über etwas anderes: ob das die beste Art ist, Combat Evolved heute noch einmal zu spielen, oder nur eine sehr hübsche Lackschicht auf einer Kampagne von vor einem Vierteljahrhundert.
Das zweite Lager hat durchaus einen Punkt. Halo Studios hat in der Unreal Engine 5 wirklich alles neu gebaut, also Level, Figuren, Waffen, Fahrzeuge und Zwischensequenzen, aber das Design der Karten selbst hat sich keinen Zentimeter bewegt. Die Bibliothek bleibt die Bibliothek. Da rettet auch die schönste neue Beleuchtung nichts.
Operation: Meteorite packt drei eigenständige Missionen obendrauf, angesiedelt etwa ein Jahr vor der Hauptkampagne, in denen der Master Chief zusammen mit Sergeant Johnson unterwegs ist. Dazu kommen rund neun zusätzliche Waffen aus späteren Teilen, also tauchen Energieschwert, Sentinel Beam und Fuel Rod Gun jetzt in Gefechten auf, in denen es sie nie gab.
Am besten gefällt uns aber der gemeinsame Modus. Vier Spieler online quer über die Plattformen hinweg, dazu zwei Leute im geteilten Bildschirm auf Konsole, und jeder stellt sich seine eigenen Erleichterungen ein. Dein Kumpel darf mit unendlich Munition und höherer Schadensresistenz spielen, während du dich ehrlich durch den legendären Schwierigkeitsgrad quälst. Gleiche Sitzung, andere Regeln pro Person. Das dürften ruhig mehr Spiele so machen.
Das ist das erste Halo der Hauptreihe überhaupt, das auf einer Sony-Konsole erscheint. Sag diesen Satz mal jemandem aus dem Jahr 2007 und schau zu, wie er kurz aussetzt. Auf der PS5 gibt es die komplette Kampagne, das gemeinsame Spiel über Plattformgrenzen hinweg und den Vorabzugang, falls du zur Premium Edition gegriffen hast.
Auf Xbox-Seite kommt das Spiel am 28. Juli direkt zum Start ins Abo, konkret in Game Pass Ultimate und PC Game Pass. Die Varianten Essential und Premium schauen vorerst in die Röhre.
Du willst den naheliegenden Vergleich? Die Neuauflage von 2011 gibt es immer noch, und gleich geht die alte Diskussion wieder los, welche von beiden besser aussieht.
Wie hältst du es also: sofort zugreifen oder abwarten, wie sich das Ganze nach der Startwoche schlägt? Schreib es in die Kommentare.