Warhorse hat den Titel seines nächsten Spiels wohl verraten, und zwar auf die langweiligste Art überhaupt: per Formular. Beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum ging am 23. Juli eine Markenanmeldung für "Kingdom Come Salvation" ein, Nummer 019399156. Entdeckt hat sie The Phrasemaker. Keine Ankündigung, kein Teaser, kein frecher Post auf X. Nur Papierkram.
Warum das trotzdem alle ernst nehmen? In der Anmeldung steht ein Prager Anwalt, dessen Name und Adresse mit denen aus der Anmeldung des ersten Kingdom Come: Deliverance übereinstimmen, und die Schrift im Wortzeichen passt zu der, die die Reihe ohnehin benutzt. Indizien, klar. Aber genau diese Spur hat Warhorse beim letzten Mal auch gelegt.
Am 20. Mai warf das Studio zwei Zeilen auf X in die Runde: Es arbeitet an einem Open-World-Rollenspiel in Mittelerde und an "einem neuen Kingdom-Come-Abenteuer". Kreativ verantwortlich sind Prokop Jirsa und Viktor Bocan, bei KCD2 Lead Designer und Design Director. Dass ein weiteres Kingdom Come kommt, war also nie die Frage. Der Name schon.
Deliverance war Heinrichs Wort. Zwei Spiele, ein Schmiedesohn, ein sehr langer Weg vom Dorfjungen zu jemandem, der das Schwert endlich richtig herum hält. Dass der nächste Teil Salvation heißt und nicht Deliverance III, klingt nach einer höflichen Ansage, dass die Kamera woanders hinschwenkt. Oder auf jemand anderen. Das Studio spricht selbst von einem Abenteuer und nicht von einer Fortsetzung, und so redet man, wenn Heinrich nicht mehr zwingend die Hauptfigur ist.
In Böhmen ist "Erlösung" außerdem ein schwer beladenes Wort. KCD2 lässt euch 1403 zurück, in einem Land, das sich zwischen Wenzel IV. und Sigismund zerlegt. 1415 brennt Jan Hus. 1419 beginnen die Hussitenkriege. Wenn Warhorse eine Epoche sucht, in der buchstäblich um die Erlösung gemordet wird, liegt sie direkt vor der Tür. Unsere Lesart, kein Fakt, aber der Sprung ist kurz.
Die Anmeldung deckt Klasse 41 ab, dort tauchen "Unterhaltungsdienste zum Zusammenführen von Nutzern von Computerspielen" und interaktive Onlineunterhaltung auf. Die Multiplayer-Schlagzeilen kamen innerhalb weniger Stunden. Einmal tief durchatmen: Klasse 41 ist Anwaltsroutine, und Studios sichern sich ständig Dinge, die sie nie anfassen. Eine hochgezogene Augenbraue wert, mehr nicht.
So bald nicht. Berichte rund um die Mai-Ankündigung verorteten das nächste Kingdom Come im folgenden Geschäftsjahr von Embracer, also zwischen April 2027 und März 2028, das Mittelerde-Spiel danach. Warhorse wiederholt, man melde sich, "wenn die Zeit reif ist". Die nächste naheliegende Bühne ist Gamescom Opening Night Live am 25. August.
Bis dahin läuft KCD2 weiter absurd gut: 6 Millionen verkaufte Exemplare zum 25. Juni, nach einer Million in den ersten 24 Stunden im Februar 2025.
Also: Salvation. Ist Heinrichs Geschichte auserzählt oder steckt noch ein Ritt in ihm? Ab damit in die Kommentare.