Age of Empires II (2013): The Forgotten erweitert die Grundlage von Age of Empires II HD Edition um fünf neue Zivilisationen, sieben Kampagnen und zusätzliche Mehrspieler-Optionen. Als erste offizielle Erweiterung der HD Edition seit über einem Jahrzehnt führt sie neue historische Schauplätze aus dem mittelalterlichen Europa, Asien und Amerika ein - ohne die bewährte Abfolge aus Rohstoffsammlung, Basisbau, technologischem Fortschritt und militärischer Eroberung von der Dark Age bis zur Imperial Age zu verändern.
Gameplay
Spieler wirtschaften mit Nahrung, Holz, Gold und Stein, um Einheiten auszubilden und Technologien zu erforschen. Jede der fünf neuen Zivilisationen bringt eigene Boni und einzigartige Einheiten mit, die etablierte Strategien verändern. Die Italiener setzen auf Seemacht und Handel mit verbesserten Galeeren und Händler-Boni. Die Inder führen große Heere mit Kamel- und Elefanteneinheiten, die sich besonders in offenen Feldschlachten behaupten. Die Slawen verfügen über robuste Infanterie und Verteidigungsanlagen, die in kälteren Regionen Vorteile bieten. Die Magyaren glänzen mit mobiler Kavallerie, die schnelle Flankenangriffe belohnt. Die Inka konzentrieren sich auf widerstandsfähige Infanterie und befestigte Siedlungen, die lange Belagerungen überstehen.
Die Kampagnen verorten diese Zivilisationen in historischen Kontexten. Alaric begleitet den gotischen Anführer auf der Suche nach einer neuen Heimat im Niedergang Roms. Sforza schildert die Machtkämpfe eines Söldnerführers zwischen italienischen Stadtstaaten. Bari erzählt von byzantinischen Versuchen, Süditalien zu halten. Dracula zeigt den Widerstand der Walachei gegen die osmanische Expansion. El Dorado folgt spanischen Entdeckern auf der Suche nach dem sagenhaften Goldland im Amazonasgebiet. Prithviraj beschreibt die Bemühungen des Rajputen-Königs, indische Clans gegen westliche Invasoren zu einen. Battles of the Forgotten bietet eigenständige Szenarien mit Persönlichkeiten wie Richard Löwenherz und Sultan Osman Ghazi.
Neue Mechaniken umfassen ein erhöhtes Bevölkerungslimit für größere Armeen auf dem Bildschirm sowie eine neue Kartengröße, die längere Partien ermöglicht. Zuschauerfunktionen und Streaming-Integration erleichtern das Beobachten und Übertragen von Spielen.
Game Modes
Neben den klassischen Scharmützel- und Mehrspielermodi führt die Erweiterung zwei eigene Spielweisen ein. Im Treaty-Modus bleibt eine festgelegte Zeit lang jede Kampfhandlung untersagt, sodass sich alle Spieler zunächst auf Wirtschaft und Festungsbau konzentrieren können. Capture the Relic verlangt von Teams, ein zentrales Relikt mit Mönchen zu erobern und unter gegnerischem Druck in die eigene Basis zu bringen.
Beide Modi ergänzen die vorhandenen Zufallskarten- und Deathmatch-Formate und setzen andere Schwerpunkte bei Tempo und Zielsetzung. Die großen Karten bieten ausreichend Platz für die höheren Bevölkerungslimits und längere strategische Planung.
Zivilisationen und historischer Kontext
Die fünf Zivilisationen erweitern das bestehende Aufgebot mit Einheiten und Technologien, die an ihre historischen Vorbilder angelehnt sind. Italiener profitieren von schnellerem Schiffbau und effizienteren Märkten. Inder setzen auf elefantengetragene Belagerungswaffen und Kamelreiter als Gegengewicht zur Kavallerie. Slawen erhalten Boni auf Infanterie-Rüstung und Nahrungsproduktion. Magyaren steigern Geschwindigkeit und Raubzug-Potenzial ihrer Reiter. Inka verbessern die Kampffähigkeit ihrer Dorfbewohner und die Haltbarkeit ihrer Gebäude.
Die neuen Inhalte fügen sich nahtlos in die bestehenden Technologiebäume ein. Gleichzeitig sorgen Balance-Anpassungen dafür, dass alle Zivilisationen der HD Edition weiterhin auf Augenhöhe konkurrieren können.
Lohnt sich das Spielen?
Die Erweiterung richtet sich an Spieler, die historische Echtzeit-Strategie-Kampagnen und unterschiedliche Zivilisations-Matchups sowohl im Einzel- als auch im Mehrspielermodus schätzen. Die Kampagnen erzählen ereignisreiche Szenarien aus weniger bekannten mittelalterlichen Kapiteln, während die neuen Modi Alternativen zum klassischen Eroberungsziel bieten. Inhalte dieser Erweiterung flossen später in umfassendere Sammlungen ein, die bis heute im aktuellen Hauptteil der Serie weiterentwickelt werden.
Wer mehr Wert auf tiefgehende Einzelspieler-Erzählungen oder zusätzliche Optionen für eigene Spiele legt, findet in den neuen Zivilisationen und Szenarien sinnvolle Erweiterungen des Grundspiels. Mehrspieler profitieren von den frischen strategischen Möglichkeiten, die die neuen Fraktionen und die größeren Karten eröffnen.